Schüleraustausch beim RC Stadtlohn Hamaland: Spuren hinterlassen! | D-1870

STADTLOHN. „Spuren hinterlassen“ lautet das Motto des diesjährigen Jugendförderpreises des Rotary Clubs Stadtlohn Hamaland. Spuren hinterlassen auch die Teilnehmer am Jahresaustauschprogramm – und eine Spur führt derzeit nach Estern. Eine „deutsch-brasilianische“ Flagge deutet den Weg von weithin sichtbar zu den Weitenbergs. Seit Januar lebt dort Barbara Toledo Moura aus Brasilien – für ein ganzes Jahr, ebenso wie der Argentinier Paulo Ramirez bei der Familie Kömmelt.

STADTLOHN. „Spuren hinterlassen“ lautet das Motto des diesjährigen Jugendförderpreises des Rotary Clubs Stadtlohn Hamaland. Spuren hinterlassen auch die Teilnehmer am Jahresaustauschprogramm – und eine Spur führt derzeit nach Estern. Eine „deutsch-brasilianische“ Flagge deutet den Weg von weithin sichtbar zu den Weitenbergs. Seit Januar lebt dort Barbara Toledo Moura aus Brasilien – für ein ganzes Jahr, ebenso wie der Argentinier Paulo Ramirez bei der Familie Kömmelt.

Die beiden 18-Jährigen sind die sogenannten „Inbounds“, die im Austauschprogramm dem Club im Distrikt 1870 zugeteilt wurden. Im Gegenzug werden im Juli die „Outbounds“ Anna Weitenberg (Araguaína/Brasilien), Katharina Kömmelt (San Luis/Mexiko) sowie Nathalie Tenk aus Südlohn (Parral/Chile) ihr Jahr bei Gastfamilien in Südamerika antreten. Eine echte Herausforderung für die Jugendlichen - wie auch für die Eltern. „Deshalb schauen wir schon genau hin, dass die Bewerber auch die nötige Reife mitbringen. Der Jugendliche muss dieses Jahr auch wollen“, erklärt Ludger Wittland, Jugenddienstbeauftragter der Rotary Clubs Stadtlohn Hamaland. In einem Jahr Vorbereitung – den sogenannten „Orientations“ – werden die Teilnehmer auf dieses Jahr vorbereitet - unter anderem von erfahrenen Rotariern, die schon dieses Programm durchlaufen haben. „Bei den drei Outbounds hatte ich von Beginn an keine Bedenken“, profitierten die Teilnehmer auch von dem weltweiten Netzwerk der Rotarier. Sinnbildlich stehen dafür die Jacketts mit einer Vielzahl von Anstecknadeln, die die Kontakte widerspiegeln.

Die Aufnahme war für Paulo und Barbara „völlig unproblematisch“ gewesen. „Ich habe mich sofort wohl und verstanden gefühlt“, erklärt der 18-jährige Argentinier, der von elf Jahren Deutschunterricht in der Heimat zehren kann. Einige Zeit habe er gebraucht, sich an den Stundenplan und an die gründliche Organisation in Deutschland zu gewöhnen, danach habe er sich „sehr gut integriert“ gefühlt. Anschluss hat er bereits zu den Fußballern des SuS Stadtlohn gefunden, wo er in der A-Jugend mitspielt. Argentinier halt. Ebenfalls zum Geschwister-Scholl-Gymnasium geht Barbara, ebenfalls 18. In der Heimat genoss sei ganze drei Monate Deutschunterricht – es sei aber unglaublich, 

was sie in dem Halbjahr in Stadtlohn dazugelernt habe, berichtet ihr „Gegenpart“, Anna Weitenberg. In der Schule – ein Gymnasium kennen beide aus der Heimat übrigens gar nicht – nehme man Rücksicht, erkläre viel. „Das hilft uns sehr“, so die 18-Jährige, die im Gastland nun in der Freizeit unter anderem dem Trampolinsport nachgeht. Anderes Klima, Essgewohnheiten, Tagesabläufe: Mit den deutschen Sitten und Gepflogenheiten habe auch sie sich „sehr schnell anfreunden“ können. Nun, da die langen Ferien anstehen, freue man sich auch auf Traditionen wie Schützenfeste. Übrigens: Dass sich In- und Outbounds in Stadtlohn treffen, ist den unterschiedlichen Schuljahren geschuldet. Ebenso Zufall ist, dass der aktuelle Austausch komplett mit Nationen in Mittel- und Südamerika stattfindet.

In dem ersten halben Jahr haben die beiden Südamerikaner bereits eine Menge kennengelernt. Über Ostern wurde eine dreiwöchige Europatour unternommen – unter anderem hatte Paulo „seinen“ argentinischen Papst in Rom sehen können. Im Herbst folgt dann auch noch eine Deutschlandtour. „Die Jugendlichen sehen in einem Jahr mehr als wir im ganzen Leben“, ordnet Gastvater Georg Weitenberg das Programm ein. „Sinn und Zweck dieses Programms ist es schließlich, neue Kulturen kennenzulernen, das weltweite Netzwerk zu stärken und zu Frieden und Verständigung beizutragen“, so Ludger Wittland. Und nicht zuletzt, den persönlichen Horizont zu erweitern. „Das Jahr kann den Schülern keiner mehr nehmen, es wird für das gesamte Leben prägen und gefühlt um drei Jahre weiterbringen.“

Das Kribbeln steigt unterdessen bei den drei „Outbounds“ des Clubs, die sich am 10. Juli offiziell vorstellen werden. „Hin und wieder überlegt man während der gesamten Vorbereitung schon, ob man das durchziehen soll. Aber dann wird das durch die Vorfreude schnell wieder verdrängt“, gibt Nathalie Tenk stellvertretend die Stimmungslage wider. Ähnlich geht es den Gasteltern, die erstmals ihr Kind für einen solch langen Zeitraum loslassen müssen. „Da helfen wir, wo wir können, im Zuge des Vorbereitungsjahrs. Wir übernehmen schließlich auch die Verantwortung“, versichert Ludger Wittland. Auch die Eltern müssten bei der Sache ein „gutes Gefühl“ haben. „Die Outbounds sind Botschafter unseres Clubs im Ausland“, übernähmen diese auch einen Teil der Verantwortung. Es gibt Spielregeln, die in jedem Land gelten. „Probleme gab es aber noch nie“, freut sich Ludger Wittland, doch immer ein „gutes Händchen“ bei der Auswahl der Kandidaten zu haben. Dokumentiert wird alles in Zwischen- und Abschlussberichten.

Kontakte in die Heimat werden durch soziale Netzwerke und moderne Medien unterstützt. „Wir telefonieren eigentlich nur zweimal im Monat“, schränkt Barbara schon ein. Auch ein Zeichen, dass man in der Ferne eine zweite Heimat gefunden hat. Paulo hat schon exakte Vorstellungen von der Zukunft. Mit den Erfahrungen jetzt peilt er eine betriebswirtschaftliche Ausbildung in Argentinien an – bestenfalls in einem deutschen Pharmaunternehmen. Barbara will sich für die Entscheidung noch Zeit lassen. Sicher sei aber eines: Die Freundschaft zu den Gastfamilien – jeder Austauschüler hat während des Jahres im Optimalfall mehrere gemäß dem Motto „Rotarier rotieren“ – werde auch über das Jahr hinaus bestehen bleiben. Gewiss ist auch, dass sich zu der Vielzahl an Pins auf den Jacketts noch eine Reihe dazugesellen werden. www.rotary-jugenddienst.de Michael Schley

Info

Das Jahresaustauschprogramm ist nur ein Baustein von vieren der Rotary Clubs. Dazu kommen noch sogenannte Sommercamps, Familienaustausche in den Sommerferien – in diesem Fall direkte Austausche zwischen zwei Familien im In- und Ausland – sowie Auslandspraktika nach Studium oder Ausbildung.

Das Jahresprogramm ist die „Königsklasse“, so der Jugenddienstbeauftragte Ludger Wittland. Im Distrikt 1870 würden rund 50 Plätze angeboten, Stadtlohn Hamaland sei einer der „aktivsten Clubs“ in diesem. Dafür gehe man auch aktiv in die Schulen.

Eltern der nicht volljährigen Bewerber müssen nicht zwingend Clubmitglieder sein. Angesprochen sind Realschüler, die die Schule im jeweils kommenden Jahr abschließen, sowie Gymnasiasten, die in die Klasse zehn kommen.

Die Kandidaten und Gasteltern – während des Auslandsaufenthaltes ihres Kindes nehmen die Eltern Gastjugendliche auf - werden intensiv auf das Jahr vorbereitet. Kosten entstehen allein für Hin- und Rückreise, der Aufenthalt ist kostenlos.

Bewerbungen und Infos beim Jugenddienstbeauftragten Ludger Wittland,

stadtlohn-hamaland.rotary.de

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