Das kannst auch du erleben.

Taiwan hautnah! Ein Halbzeit Bericht unseres Austauschschülers Leo-Mica Börner

Die Zeit rennt.

Die letzten Wochen, Monate flogen nur so an mir vorbei. Beim Rückblick auf meinen ersten Quartalsbericht kommen mir fast die Tränen!

Wo ist nur die Zeit geblieben? Und wie schnell sind all die schönen Eindrücke, Erfahrungen und Geschehnisse Vergangenheit geworden? Mein sechster Monat hier in Taiwan neigt sich schon dem Ende zu. Die Frage, ob ich froh oder traurig darüber bin, brauch ich mir gar nicht zustellen. Ich bin nahezu erschüttert, dass das Jahr bald um ist!

Ich kann aber jetzt bereits auf eine unbeschreiblich schöne Austauschzeit zurückblicken.

Auch bei meiner zweiten Gastfamilie hatte ich mich nach kurzer Zeit gut eingelebt. Zusammen mit meinem jüngeren Gastbruder hatte ich viel Spaß. Gemeinsam mit unseren Eltern haben wir viel erlebt. Die Veränderungen, die den Umzug in die zweite Familie mit sich brachten, hatten mir gut getan. Mein Chinesisch hat sich verbessert, da ich mich viel mehr mit ihnen in der Landessprache unterhalten musste.

Zum Zeitpunkt meines Wechsels begann die Weihnachtszeit. Na ja, zumindest in den restlichen Teilen der Welt. Hier in Taiwan hatte ich das Gefühl, dass sie hier gar kein Weihnachten kennen. Hier und da sah man ein paar Weihnachtsdekorationen und mal eine Tanne. So richtige Weihnachtsstimmung wollte bei mir aber nicht aufkommen. Das lag vielleicht auch daran, dass wir hier immer noch jeden Tag um die fünfundzwanzig Grad hatten und die Taiwanesen keine Weihnachtsfeiertage kennen. Da es den Rotariern jedoch bewusst war, dass in anderen Ländern Weihnachten eine wichtige Rolle spielt, haben sie für uns Austauschschüler eine Weihnachtsfeier organisiert. Auch das Neujahrsfest feiern die Menschen hier anders. Wieder mit Rotary hatten wir eine Tour nach Taipeh. Hier haben sich viele Distrikte Taiwans getroffen. Gemeinsam mit dem Großteil aller Austauschschüler aus Taiwan haben wir den Jahreswechsel gefeiert. Ich habe mit hunderten Outbounds auf das große Feuerwerk, welches vom höchsten Gebäude, dem Taipei 101, gezündet wird, gewartet. Dass das (europäische) Neujahr in Taiwan anders ausfällt, habe ich mir eigentlich schon gedacht, da hier eher das chinesische Neujahr im Mittelpunkt steht. Ja, und wie es gefeiert wurde! Es war wie Weihnachten, Geburtstag und Neujahr zusammen und das für fast einen Monat. Höhepunkt des Chinesischen Neujahrs war für mich das traditionelle Taiwanesische “Han Dan”- Festival. Nach einer alten Tradition werden ausgewählte Personen mit freiem Oberkörper und Kopfschmuck auf einer Sänfte getragen und dabei mit Feuerwerkskörpern beworfen. Das treibt Geister aus und bringt Glück für das neue Jahr. So lassen die Menschen die Auserwählten hoch leben. Diese Ehre kann nur wenigen Personen zuteil werden. Doch zusammen mit zwei weiteren Austauschschülern hatte ich das große Glück, diese Erfahrung miterleben zu dürfen. Ich wurde sogar fotografiert und mit einem Beitrag in den Taiwan-News veröffentlicht. Besonders toll fand ich, dass Schüler unseres Distrikts im Zusammenhang mit diesem Höhepunkt eine Tanzaufführung vorführte. Für diese haben wir lange in einer traditionellen Tanzschule in Kaohsiung trainiert. Wer hätte gedacht, dass ich einmal so viel Freude am Tanzen entwickeln würde.

Wie auch schon im ersten Quartalsbericht erwähnt, fordert uns unser Distrikt sehr. Wir Austauschschüler wurden aufgefordert, an einer „speak and singing competition“ teilzunehmen.

Unser Distrikt hatte ziemlich hohe Anforderungen. Wir haben die letzten Monate viel Zeit für das Üben und Vorbereiten unseres chinesischen Songs und unsere Rede investiert. Für mich hat sich die Arbeit gelohnt, denn ich habe beides mit Erfolg absolviert.

In meiner Freizeit unternehme ich viel mit meinen Freunden. Zusammen entdecken wir das taiwanesische Leben und erfahren neue Dinge hier in Taiwan. Dabei meistern wir mittlerweile sogar unbekannte Situationen, da wir uns mit unseren Chinesischkenntnissen sehr gut ergänzen.

Zwei meiner dreiwöchigen Neujahrsferien habe ich mit meiner Gastfamilie und deren Verwandten verbracht.

In der dritten Woche kamen meine Eltern aus Deutschland mit meiner Schwester zu Besuch nach Taiwan. Wir verbrachten eine lustige Woche zusammen. Ich habe ihnen meine Stadt und mein Leben hier in Kaohsiung näher gebracht. Sie waren sehr begeistert. Mir wurde wieder bewusst, wie verschieden Asien und Europa doch sind. Der Alltag hier in Taiwan ist für mich mittlerweile so normal geworden. Es bereitet mir Sorge, wenn ich daran denke, dass es nur noch drei Monate bis zu meiner Rückkehr sind. Mittlerweile bin ich auch in meiner dritten und somit meiner letzten Gastfamilie angekommen. Jetzt spreche ich nur noch sehr selten Englisch. Ich kann mich mit meinem Chinesisch sehr gut verständigen.  Zusammen mit weiteren Rotary-Austauschschülern, habe ich zwei mal pro Woche Unterricht in einer chinesischen Universität. Mein Ziel ist es, zum Ende meines Austauschjahres den entsprechenden Abschlusstest zu bestehen.

Mein Austauschjahr ist  schon jetzt unvergesslich für mich. Ich habe so viele Erfahrungen und Erlebnisse mitnehmen können. Ich bekomme leichte Panik, wenn ich daran denke, mich von meinen Gastfamilien und Freunden verabschieden zu müssen, was aber nicht heißen soll, dass ich mich nicht auf meine Familie und Freunde in Deutschland freue. Gleichzeitig habe ich Bedenken, wieder zurück zu kommen.

Ich werde die letzten Monate hier in Taiwan nutzen und die Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie genießen. In diesem Sinne viele Grüße nach Deutschland!

Leo-Mica Börner

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